Warum brauche ich eine BU-Versicherung?

Dir ist dieses Thema “Berufsunfähigkeitsversicherung” schon öfters über den Weg gelaufen aber so richtig weißt du nicht, warum das für dich wichtig ist und ob du diese Versicherung wirklich brauchst? Im Netz gibt es zig Meinungen dazu und es fällt dir schwer, dir für dich eine Meinung zu dem Thema zu bilden?

In diesem Blogbeitrag möchte ich dir erläutern, warum eine Berufsunfähigkeitsversicherung für die meisten Menschen super wichtig ist aber auch wer keine BU-Versicherung braucht.

Absicherung vom Staat?

Viele Menschen denken, wenn sie berufsunfähig werden, leistet auf jeden Fall der Staat. Dem ist aber nicht so!

Wenn der Staat irgendwas leistet, dann nur, wenn du erwerbsunfähig bist. Erwerbsunfähig bist du erst, wenn du nicht mal mehr 3 Stunden am Tag arbeiten kannst, egal in welchem Beruf!

Das bedeutet also, der Staat darf dich immer in einen anderen Beruf verweisen. Und da ist es ihm egal, ob du Lust darauf hast, die Energie aufgrund deiner Krankheit dazu hast, die Qualifikation dazu hast oder der Arbeitsmarkt Lust auf dich hat. Er verweist dich einfach. Pech gehabt!

Wenn du also in deinem Beruf z.B. als Projektmanagerin nicht mehr arbeiten kannst sagt der Staat: “Ok, das geht nicht mehr, das verstehen wir. Aber arbeiten sie dich einfach 4h in der Woche in einem Callcenter!”

Ich habe dazu auch ein Beispiel aus der eigenen Familie. Mein Vater! Mein Vater hatte schon mit Ende 30 Diabetes. Das ging relativ gut bis er ca. 50 war. Dann machten die Augen nicht mehr mit und er wurde als Folgeerkrankung auf einem Auge blind. Damit konnte er natürlich nicht mehr arbeiten. Meine Eltern beantragen die Erwerbsunfähigkeitsrente beim Staat und dieser lehnte ab mit genau der Begründung. Er verwies ihn in einen anderen Job, den er nicht ansatzweise hätte durchführen können. Es ging vor Gericht, Gericht lehnte ab. Erst als er ein paar Jahre später auf beiden Augen blind war, zahlte der Staat.

Gehe wir aber mal einen Schritt weiter und tun so, als ob der Staat zahlen würde. Wenn du also schon länger als 5 Jahre gearbeitet und in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hast, dann hättest du einen Anspruch.

Die durchschnittliche Erwerbsunfähigkeitsrente in Deutschland liegt bei 1000€. Wir sind uns an dieser Stelle relativ schnell einig, dass dir das nicht ansatzweise zum Leben reichen wird.

Die Erwerbsminderungsrente wird anteilig von deinem Anspruch auf Altersrente berechnet. Wer also noch jung ist und wenige Jahre arbeitet, bekommt sogar noch deutlich weniger als die 1000€.

Fazit: Der Staat wird dir nur Geld zahlen, wenn du erwerbsunfähig bist. Das ist relativ unwahrscheinlich (keiner unserer BU Leistungsfälle der letzten 5 Jahre bekommt eine Leistung vom Staat)! Und selbst wenn der Staat leistet, reicht es nicht ansatzweise zum Leben!

Schau dir gerne diesen Blogbeitrag an, wenn du noch mehr zum Thema Berufsunfähigkeit vs Erwerbsunfähigkeit wissen möchtest.

Ich werde im Büro doch eh nicht berufsunfähig!

Wenn du an Berufsunfähigkeit denkst, hast du vermutlich ein Bild im Kopf: Jemand sitzt im Rollstuhl, jemand hatte einen schweren Unfall, jemand kann körperlich nichts mehr tun. Das ist ein Vorurteil, das sich hartnäckig hält – und gleichzeitig der Grund, warum so viele Menschen dieses Risiko unterschätzen.

Die Realität sieht völlig anders aus.

Der Hauptgrund warum Menschen heute berufsunfähig werden ist die Psyche. Burn-Out, Depressionen, schwere Schicksalsschläge, Folgen anderer Erkrankungen. Auf Platz 2 kommen die Erkrankungen des Bewegungsapparates und auf Platz 3 Krebserkrankungen.

Das sind alles Erkrankungen, die dir auch als Arbeitnehmer im Büro passieren können. Es ist ja nicht relevant, ob die Erkrankung bei der Ausübung deines Berufes passieren. Und gerade die ersten 2 Punkte sind dann doch Themen, die eben mehr bei den kaufmännisch tätigen Berufen vorkommen.

Auch hier ein kurzer Blick auf unsere BU-Leistungsstatisik 2025: Alle Kundinnen und Kunden die dieses Jahr einen BU-Leistungsantrag bei uns gestellt haben arbeiten im Büro, nicht im Handwerk!

Und gerade bei Akademikern, die dann in Berufen wie Unternehmensberatung, Marketing, IT, Management, Medizin usw. arbeiten, steht das Thema Psyche ganz oben. Nicht selten arbeitet man hier deutlich mehr als 40 Stunden, hat als Berufseinsteiger(in) einen enormen Druck um im Job anzukommen. Als Frau dann in Kombination mit der Vereinbarkeit von Familie, Kinder, Haus & Hof.

Wann bin ich dann berufsunfähig?

Berufsunfähigkeit bedeutet: Du kannst deinen Job für voraussichtlich sechs Monate zu mehr als 50 % nicht mehr ausüben.
Das heißt nicht, dass du „nichts mehr kannst“. Es heißt, dass du deine Tätigkeiten – so wie sie heute in deinem Beruf gefordert werden – nicht mehr zu mind. 50% leisten kannst.

Wir erinnern uns, der Staat sagt nicht mal mehr 3 Stunden am Tag. Die private BU-Versicherung geht auf 4h. Also auch einen Step besser. Wenn du deinen Beruf, den du vor der Berufsunfähigkeit ausgeübt hat, nicht mehr ausüben kannst, bist du berufsunfähig.

Der private BU-Versicherer verweist dich nicht in einen anderen Beruf! Und wenn du nicht mehr mind. 50% arbeiten kannst, aber noch 20% oder 30%, bekommst du deine BU-Rente und gehst eben noch zu 20% arbeiten, wenn du das denn willst. Du MUSST es aber nicht!

Wieder ein Beispiel aus der Praxis:

Ein Kunde hat mit Ende 20 einen Unfall. Er kann daraufhin seinen Beruf nicht mehr ausüben und bekommt seitdem seine BU-Rente gezahlt. Da er aber so jung ist und nicht den ganzen Tag zu Hause sitzen möchte, arbeitet er trotzdem 2x in der Woche in seiner Firma. Bekommt BU-Rente, bekommt ein kleines Gehalt und Geld von der BG, weil es ein Arbeitsunfall war. Alles ist perfekt für ihn. Aber ohne die BU-Rente wäre es nicht gegangen.

Aber im Büro könnte ich doch auch ohne meine Beine arbeiten!

Das ist ein Argument, welches ich sehr oft höre. Ich verstehe ein Stück weit diese Argumentation aus Sicht eines medizinischen Laien. Andererseits machen mich solche Aussagen aber mittlerweile auch ein wenig wütend. Warum?

Weil es aus meiner Sicht nur eine primitive Ausrede ist, sich nicht mit dem Thema befassen zu wollen. Man sucht nach einfachen Szenarien die in der Realität aber brutal aussehen.

Nehmen wir also mal das Beispiel und sagen wir, du verlierst durch einen Unfall oder durch eine Krankheit deine Beine. Nehmen wir den Unfall. Was passiert denn dann? Bist du dir wirklich sicher, dass du dann einfach aus dem Krankenhaus nach Hause kommst und am nächsten Tag wieder arbeiten gehst?

Irgendwie nicht, oder? Wenn einem die Beine amputiert werden müssen, kann mann damit rechnen, dass die Verheilung der Wunden gut 1 1/2 Jahre dauert. Man liegt monatelang im Krankenhaus, geht dann zur Reha usw.! Man braucht eine behindertengerechte Wohnung oder ein behindertengerechtes Haus und ein behindertengerechtes Auto! Davon abgesehen regelmäßig Physiotherapie, weil einfach alles anders ist am Körper. Wenn man es dann wirklich geschafft hat, sich durch die 1 1/2 Jahre zu boxen stellt sich die Frage, ob man seelisch und mental diese Situation so einfach wegsteckt? Alles keine Problem ohne Beine?

Dann kannst du davon ausgehen, dass du in einer Schmerztherapie bist. Du musst starke Medikamente nehmen, die dich ebenfalls im Alltag einschränken.

Ist es also wirklich so einfach, nach einem Verlust der Beine wieder arbeiten gehen zu können? Ich denke nicht! Unterschätze das bitte nicht. Du weißt nie, was eine Erkrankung mit dir macht und zu was du dann noch in der Lage bist.

Das Gute bei deiner privaten Berufsunfähigkeitsversicherung ist, dass du eben nicht arbeiten musst! Aber du könntest es ein wenig, wenn es dir irgendwann wieder etwas besser geht.

Muss ich ein Leben lang berufsunfähig sein?

Nein, natürlich nicht. Es gibt einige Erkrankungen oder Unfallfolgen, die sind zum Glück nur temporär und nicht dauerhaft.

Die Kundin die z.B. 3 Jahre in der Brustkrebstherapie war und jetzt wieder gesund ist. Während der Zeit konnte sie in Ruhe und ohne finanziellen Stress gesund werden, ihre OPs und Chemo durchführen, eben durch die Leistungen aus ihrer BU-Versicherung.

Oder die Kundin, die nach Berufseinstieg und 70 Stunden im Marketing einfach ausgebrannt war. 2 Jahre hat sie gebraucht, bis sie wieder auf die Beine kam, dann hat sie sich einen anderen Job gesucht und ist wieder ins Berufsleben eingestiegen. Natürlich freiwillig!

Oder der Kunde der mit 35 schon einen Schlaganfall hatte. Auch er hatte Glück und konnte nach 2 Jahren Therapie und Reha wieder voll arbeiten.

Wer also in jungen Jahren mit gewissen Krankheiten berufsunfähig wird, hat ggf. schon die Chance, nach der Heilung wieder ins Arbeitsleben einzusteigen. Die BU-Versicherung ist für diese Zeit für dich da und leistet. Danach bist du wieder versichert und wenn du später nochmal berufsunfähig wirst, leistet sie wieder.

Wer aber eine schwerere Erkrankung bekommt oder später berufsunfähig wird, der wird sehr wahrscheinlich sein ganzes Leben lang berufsunfähig sein.

Ich bin noch jung und habe noch ewig Zeit!

Es gibt ein Argument, das ich oft höre:

„Ich warte noch ein paar Jahre. Jetzt brauche ich das noch nicht.“

Und genau das ist die typische Denkfalle, wegen der viele später das Nachsehen haben.

Warum das so ist?

  1. Du bist nie wieder so gesund wie heute.
    Jedes Jahr sammelt man Diagnosen, Arztkontakte, Medikamente, kleine Zipperlein.
    Manchmal harmlos, aber im Antrag einer BU wirken sie wie rote Flaggen und je mehr sie werden, umso komplizierter wird es für dich.
  2. Je jünger du bist, desto günstiger sind die Beiträge – auf die gesamte Laufzeit.
    Der Beitrag richtet sich nach dem Eintrittsalter. Je eher du abschließt, umso günstiger ist es!
  3. Dein Risiko steigt mit jedem Jahr, in dem du ohne Schutz unterwegs bist.
    Es kann morgen passieren, in drei Monaten, in zwei Jahren. Man weiß es nicht. Viele Menschen melden sich erst bei uns, wenn sie schon mit einer blöden Verdachtsdiagnose einer schwererer Erkrankung unterwegs sind. Dann ist es zu spät!
  4. Auch Studierende brauchen eine BU – nicht, weil sie heute ein hohes Einkommen haben, sondern weil sie später eines haben werden.
    Auch hier greift das Argument des frühen Abschlusses. Du kannst erstmal klein anfangen, zB mit 1000€ BU Rente und beim Eintritt ins Berufsleben über die Nachversicherungsoptionen ohne erneute Gesundheitsprüfung anpassen.

Je früher du anfängst, desto sauberer ist dein Gesundheitsprofil – und desto größer sind deine Möglichkeiten, eine Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Ausschlussklauseln oder Risikozuschläge zu bekommen.

Warum der „Ich spare lieber in einen ETF-Gedanke nicht funktioniert

Auch das ist aus meiner Sicht wieder eine Ausrede, um sich mit dem Thema nicht mehr auseinander setzen zu müssen. Rein rechnerisch funktioniert das aber nicht. Du kannst niemals so viel Geld ansparen, um dich im Falle einer Berufsunfähigkeit mit deinem eigenen Ersparten abzusichern. Mehr dazu habe ich in diesem Blogbeitrag geschrieben.

Schau dir diesen Blogbeitrag bitte unbedingt an, wenn du dich bisher hinter diesem Argument versteckt hast.

Die BU-Versicherung ist nicht optional sondern kompromisslos!

In der privaten Finanzplanung gibt es Prioritäten. Als erstes sichern wir existenzbedrohliche Risiken ab. Das machst du mit deiner Privathaftpflichtversicherung und eben der BU-Versicherung. Im Grunde versicherst du ja mit der BU dein Einkommen und sorgst dafür, dass du im Falle der Berufsunfähigkeit jeden Monat weiter Geld zur Verfügung hast. Das ist die Basis für alles!

Ohne monatliches Einkommen keine Altersvorsorge, kein ETF Sparplan, keine Baufinanzierung, kein Auto, keine Hobbys, keine sozialen Unternehmungen, nichts!

Erst Existenz sichern, dann Vermögen aufbauen!

Beachte bitte auch, dass deine finanzielle Verantwortung im Laufe deines Lebens steigen wird. Kinder, Haus, Ehepartner. Die Verantwortung liegt irgendwann nicht mehr nur bei dir, sondern gegenüber deiner ganzen Familie.

Die BU-Versicherung ist viel zu teuer!

Viele glauben, eine Berufunfähigkeitsversicherung sei teuer. Doch teuer ist nicht die Versicherung. Teuer ist der Zustand ohne Versicherung. Im Schnitt liegt der Beitrag zwischen 40-100€, natürlich je nach Rentenhöhe, Beruf, Eintrittsalter. Studenten zahlen eher weniger, Akademiker, die bereits im Berufsleben stehen und hohe BU Renten absichern, zahlen mehr.

Aber wenn du z.B. 2000€ Netto verdienst und es dir nicht leisten kannst/willst, im Monat 50€/60€ o.ä. auszugeben, dann kannst du es dir auch nicht leisten, berufsunfähig zu werden!

Teuer ist, wenn du plötzlich kein Einkommen mehr hast. Teuer ist, wenn du deine Wohnung nicht mehr zahlen kannst.
Teuer ist, wenn du Kredite nicht mehr bedienen kannst. Teuer ist, wenn du auf finanzielle Hilfe angewiesen bist. Und das alles in Kombination mit einer Erkrankung!

Wann brauche ich keine BU-Versicherung?

Die Antwort ist sehr einfach und vielleicht ahnst du es schon. Du brauchst keine Berufsunfähigkeitsversicherung, wenn du durch andere Einkünfte, die nichts mit deiner Arbeit zu tun haben, genug Geld verdienst. Vielleicht hast du Glück und du besitzt schon 4 Mehrfamilienhäuser in München, dann brauchst du vermutlich keine BU-Versicherung.

Oder du hast im Lotto gewonnen, dann brauchst du auch keine. Also immer dann, wenn du nicht von deiner Arbeitskraft abhängig bist. Das trifft aber für die Wenigsten zu!

Fazit:

Im Netz gibt es leider viele falsche Glaubenssätze und gefährliches Halbwissen zum Thema Berufsunfähigkeit! Mach es dir nicht zu einfach und beschäftige dich ernsthaft mit dem Thema! Die Berufsunfähigkeitsversicherung sichert deine finanzielle Existenz ab. Kannst du nicht mehr arbeiten, stehst du vor dem Nichts. Es ist egal, ob du im Büro arbeitest oder auf der Baustelle oder in der Pflege. Alle Berufe sind von dieser Thematik betroffen. Jeder 4. wird in seinem Leben mind. 1x berufsunfähig. Heute junge Menschen bringen noch eine viel höhere Wahrscheinlichkeit mit.

Schau dir gerne den Ablauf unserer BU-Beratung an und all die anderen Beiträge in meinem Blog, wenn du dich weiter mit diesem Thema vertraut machen möchtest. Hier findest du auch über 500 positive Bewertungen zu unserer BU-Beratung.

26.11.2025 | Berufsunfähigkeitsversicherung, Vor dem BU-Versicherungsantrag

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