BU-Versicherung oder Unfallversicherung
Oft bekommen wir in unseren Beratungen die Frage gestellt, ob man eine BU-Versicherung und eine Unfallversicherung braucht oder ob eine Unfallversicherung nicht vielleicht ausreicht. Ich nehme dich heute mal mit und erkläre dir die Unterschiede und warum die Berufsunfähigkeitsversicherung immer wichtiger ist als die Unfallversicherung. Auch macht es Sinn, beides zu haben. Dazu habe im Artikel gleich mehr.
Wann leistet eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Die BU-Versicherung leistet, wenn du für mind. 6 Monate deinen zuletzt ausgeübten Beruf durch Krankheit, Unfall oder Kräfteverfall zu mindestens 50% nicht mehr ausüben kannst. Ist das gegeben, bekommst du deine versicherte Rente jeden Monat überwiesen. Wie genannt, es ist also egal ob das durch Krankheit passiert oder durch einen Unfall. Bist du also länger als 6 Monate krankgeschrieben, kannst du die BU-Rente beantragen und bekommst Leistung. Die Leistung ist aber eben „nur“ die monatliche Rente. Nicht mehr und nicht weniger.

Wann leistet eine Unfallversicherung?
Die Unfallversicherung hat viele Leistungsauslöser. Der Hauptleistungsauslöser ist aber die Invalidität. Die Invalidität ist ein bleibender Schaden, der nach einem Unfall eintritt. Hier haben wir schon den ersten großen Unterschied zur Berufsunfähigkeitsversicherung. Letztere leistet bei Krankheit und Unfall. Die Unfallversicherung logischerweise nur bei Schäden durch einen Unfall. Die nächste Bedingung ist eben der bleibende Schaden. Der Kreuzbandriss, die Fraktur deines Ellenbogens bei dem Material eingesetzt wird, die Brandverletzung am Fuß, nachdem dir der Topf Suppe runtergefallen ist oder die schwere Schnittverletzung mit der Kettensäge. Alles das sind bleibende Schäden, da dieses Körperteil nicht mehr so ist wie vorher. Ja, auch bei einem Kreuzbandriss bekommst du ein paar 1000€.
Natürlich gibt es noch viel schlimmere Unfallszenarien und deren Folgen.
Nun ist es der Unfallversicherung erstmal egal, ob du durch die Folgen des Unfalls noch arbeiten kannst oder nicht. Gibt es einen bleibenden Schaden, wird der Invaliditätsgrad bestimmt und es wird geleistet. Mit dem Geld kannst du dann machen was du willst. Es bedarf keinen Verwendungsnachweis. Die Leistung ist eine Einmalleistung. Wenn keine Unfallrente vereinbart ist, folgen keine weiteren, monatlichen Zahlungen.
Wann leisten BU-Versicherung und Unfallversicherung gemeinsam?
Wie schon erwähnt, gibt es viel schlimmere Unfallszenarien, die dann leider auch schlimmere Folgen mit sich ziehen. Wir wollen ja mit Versicherungen existenziell bedrohliche Risiken absichern. Eine Unfallversicherung ist also dazu da, um schwere Unfallfolgen abzufedern. Wenn du einen schweren Autounfall, Fahrradunfall o.ä. erleidest, sind die Konsequenzen für dich im Alltag deutlich spürbar.
Kannst du also durch einen Unfall zum Beispiel dein ganzen Bein nicht mehr nutzen oder den Arm oder die Hand, bekommst du, wenn du einen gute und solide Unfallversicherung hast, eine 6stellige Leistung von der Unfallversicherung. Selbiges gilt auch, wenn es nur einen Teil deines Armes oder deines Beins betrifft, siehe Tabelle.

Beispiel einer Leistung aus Unfallversicherung mit 2 verschiedenen Tarifen (Bild KI generiert)
Nun gehen wir davon aus, dass du mit dieser Situation auch berufsunfähig bist. Du bekommst also jeden Monat deine BU-Rente. Durch die starken Einschränkungen musst du nun aber dein Haus behindertengerecht umbauen oder in eine behindertengerechte Wohnung ziehen. Ebenfalls muss ein behindertengerechtes Auto angeschafft werden. Das sind alles Kosten, die du niemals von deiner monatlichen BU-Rente bezahlen kannst. Hier kommt jetzt also die Unfallversicherung und leistet eine ziemlich hohe Summe mit der du diese ganzen Kosten bewältigen kannst.
Wichtig: Die Tabelle zeigt 2 unterschiedliche Tarife. Die Versicherungssummen können höher oder niedriger sein. Ebenso können die Leistungen je Invaliditätsgrad niedriger sein. Hier kommt es immer auf deinen Tarif drauf an.
Mit 500.000€ oder 360.000€ kannst du natürlich erstmal alle Gegebenheiten rund um deine Einschränkungen und Unfallfolgen finanzieren. Die BU-Rente sorgt dafür, dass deine monatlichen Ausgaben weiterhin bezahlt werden können. Eine super Kombination für Worst Case Szenarien!
Fazit
Es stellt sich also nie die Frage ob man eine Unfallversicherung oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung benötigt. Im besten Falle hast du Beides. Beide Versicherungen haben unterschiedliche Leistungsauslöser, können aber auch gleichzeitig leisten. In existenziell bedrohlichen Situationen machen beide zusammen auch unbedingt Sinn.
Eine solide Unfallversicherung ist auch nicht teuer. Je nach Alter und Beruf (hier kaufmännisch) musst du für einen TOP Tarif nicht mehr als 10€-15€ im Monat ausgeben.
Da jede Unfallversicherung ihre Tarife und Gliedertaxen aber unterschiedlich gestaltet, prüfe bitte unbedingt, ob deine Unfallversicherung noch „up to date“ ist und hohe Summen bei schweren Unfallfolgen auszahlt.
Priorität Nummer 1 bleibt aber die Berufsunfähigkeitsversicherung. Denn sie macht keinen Unterschied, ob du wegen eines Unfalles oder einer Krankheit berufsunfähig wirst und leistet in beiden Fällen.






