Dieser Beitrag richtet sich an alle Eltern, die sich die Frage stellen: “Wie kann ich mein Kind richtig absichern und versichern?”
Als 3fache Mutter weiß ich, wie wichtig einen die Kinder sind. Ich weiß aber auch, dass es unzählige Themen gibt, mit denen sich Eltern auseinandersetzen müssen und sie selten Langeweile haben. Themen wie Versicherungen werden dann gerne mal nach hinten geschoben, da man von anderen Dingen förmlich aufgefressen wird.
Ich versuche daher mich im Beitrag relativ kurz zu halten. Wenn du mehr ins Detail gehen möchtest, buche dir gerne einen Termin mit mir, dann besprechen wir alles individuell auf dich abgestimmt.
Privathaftpflichtversicherung
Denke daran, nach Geburt der Kinder eure Privathaftpflichtversicherung in einen Familientarif umzustellen. Ihr habt noch keinen gemeinsamen Vertrag? Dann ist jetzt der beste Zeitpunkt, das mal zusammenzulegen. Achtet bei der Tarifauswahl auf Tarife, die auch bei Schäden deliktunfähiger Kinder leisten.
Unfallversicherung
Wenn ihr als Eltern schon eine Unfallversicherung habt, dann besteht bei den meisten Anbietern die Option, das neugeborene Kind im ersten Lebensjahr kostenlos mitzuversichern. Erst ab dem 2. Lebensjahr wird das Kind dann beitragspflichtig. Wenn dein Kind schon älter ist, solltest du bei der Unfallversicherung folgende Dinge beachten:
- hohe Invaliditätsgrundsummen (mind. 100.000Euro)
- Auswahl von richtig guten Gliedertaxen
- Einschluss einer monatlichen Unfallrente
- Einschluss vom kostenlosen Rooming In bei Krankenhausaufenthalten
- Einschluss von Vergiftungen
- Einschluss von Tierbissen (auch Zeckenbisse)
- Zahnunfälle mit hohen Summen
- behinderungsgerechter Umbau von Haus oder Wohnung
Eine Unfallversicherung für Kinder ist absolut empfehlenswert. Kinder sind in der Regel nicht sonderlich hoch über Staat oder Schulen abgesichert. Das weiß ich leider aus eigener Erfahrung.
Unsere “Tochti 2” hatte in der Grundschule leider einen heftigen Unfall bei dem 3 bleibende Schneidezähne ausgeschlagen und stark beschädigt worden sind. Die Verletzungen waren so massiv, dass es hier in unserer weitläufigen Umgebung keine Zahnärzte und Kieferorthopäden gab, die das behandeln konnten. Wir sind dann zum Glück in die Zahnklinik nach Würzburg gekommen und nach 4 Jahren Behandlungsdauer haben wir dort rund 22.000Euro bezahlt. Die Unfallkasse Thüringen hat sich an den Kosten mit 2000Euro beteiligt. Zum Glück hatten wir hier unsere Unfallversicherung, die sich gemeinsam mit meiner privaten Krankenversicherung die Kosten geteilt hat.
Regelmäßig haben wir Leistungen aus Unfallversicherung für unsere Kundenkinder durch
- Verbrennungen
- Frakturen von div. Körperteilen wie Fingern, Arme, Beine, Gelenke
- Zahnunfälle
- Tierbisse
- Vergiftungen
Unfallversicherungen zahlen viel eher, als vielen vielleicht bewusst ist. Es muss nicht immer der ganze Arm ab sein. Es reicht, wenn ein bleibender Schaden da ist.
Im ersten Schadenbeispiel hat sich der Sohn das Handgelenk gebrochen. Das musste operiert werden und dafür gab es dann einen Invaliditätsgrad von 8% und 8000Euro für unsere Kundin.

Im zweiten Beispiel hat sich das Kind den Fuß verbrüht. Die Stelle ist am Fußrücken und nicht sonderlich groß, trotzdem hat die Mutter 4000Euro für die Verletzung erhalten.

Und ein drittes Beispiel habe ich dir ja bereits mit meiner eigenen Tochter und dem Zahnunfall aufgezeigt.
Berufsunfähigkeitsversicherung
Wenn dein Kind gerade geboren ist oder jünger ist als 6 Jahre, können wir noch keine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Die gute Nachricht ist aber, wir können den Gesundheitszustand einfrieren. Das geht mit der sog. BU-Option.
Mit der BU Option sicherst du dir für dein Kind die Möglichkeit, später im Leben bei bestimmten Ereignissen eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen zu können, dann aber ohne erneute Gesundheitsprüfung. Die Gesundheitsfragen werden jetzt beim Abschluss der BU-Option gestellt.
Gerade Eltern von Neugeborenen sollten hier schnell handeln, damit sich nicht im Laufe der Zeit Diagnosen in die Krankenakte der Kinder einschleichen, die dann den Abschluss der BU Option unmöglich machen. Die Versicherer bewerten hier bei Kindern sehr streng, denn sie wissen ja noch nicht, was die Kinder später mal beruflich machen. Und da kann dann zB eine Allergie im “richtigen” Beruf schon eine Berufsunfähigkeit auslösen.
Die BU Option kannst du vorerst nicht abschließen wenn bereits folgende Themen und Krankheiten vorhanden sind:
- Allergien
- Hautthemen wie zB Neurodermitis
- chronische Erkrankungen
- angeborene Erkrankungen wie zB Herzfehler
- geplante Behandlungen in nächster Zeit
- laufende oder kürzlich beendete Logopädie
- laufende oder kürzlich beendete Ergorherapie
- laufende oder kürzlich beendete Physiotherapie oder Osteopathie
- Lernentwicklungsstörunen
- ADHS- oder Autismusdiagnosen
- andere Diagnosen im Bereich der Psyche
Ich könnte die Liste noch fortführen. Möchte aber an der Stelle nur verdeutlichen, dass es nicht einfacher wird, je mehr Diagnosen dazukommen. Kümmere dich hier so früh wie möglich! Dein Kind wird es dir später danken.
Wenn dein Kind 6 Jahre alt ist und älter können wir schon eine normale Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Auch hier arbeiten wir die Krankenhistorie in Ruhe auf und stellen dann die anonyme Risikovoranfrage. Hier kommt es dann bei manchen der o.g. Themen nicht gleich zu Ablehnungen sondern erstmal zu Ausschlüssen. Das ist besser, als keine Berufsunfähigkeitsversicherung und später, wenn die Kinder im Berufsleben stehen, kann man nochmal neu versuchen, die Absicherung ohne die Klauseln zu erlangen.
Schau dir meinen Blogbeitrag hier an, in dem ich dir ausführlich das Thema Berufsunfähigkeitsversicherung für Kinder erkläre.
Krankenzusatzversicherungen
Viele Eltern wünschen sich auch die Absicherung von Themen wie Zahnbehandlungen oder stationären Krankenhausaufenthalten.
Beim Thema Zahnbehandlungen steht natürlich die Kieferorthopädie immer ganz vorne. Leider haben aber auch kleine Kinder andere Zahnprobleme wie z.B. Kreidezähne oder Karies. Dieser Bereich kann für manche Kinder sinnvoll sein, für manche aber auch nicht.
Mit einer stationären Zusatzversicherung ist dein Kind im Krankenhaus immer als Privatpatient versichert. Einbettzimmer, Chefarztbehandlung, freie Krankenhauswahl, ambulante Operationen und vieles mehr sind hier abgesichert. Auch das Thema “Rooming in” ist wieder dabei, hier jetzt auch wenn die Kinder wegen einer Erkrankung ins Krankenhaus kommen. Wenn meine Kinder nicht sowieso privat krankenversichert gewesen wären, wäre das neben der BU-Option und der Unfallversicherung die 3. Versicherung die ich auf jeden Fall abgeschlossen hätte.
Der monatliche Beitrag liegt bei einem sehr leistungsstarken Tarif mit Einbettzimmer und Altersrückstellungen bei 4Euro für ein Neugeborenes.
Pflegeversicherung
Die Pflegeversicherung leistet, wenn dein Kind durch die Folgen einer Krankheit oder eines Unfalles einen Pflegegrad erlangt. Der Vorteil zur Unfallversicherung ist hier, dass natürlich auch bei Krankheit geleistet wird. Aus meiner Sicht ist das eine gute Alternative, wenn man “Worst Case Szenarien” absichern möchte und noch keine Berufsunfähigkeitsversicherung möglich ist.
Der Aufbau der Versicherung gestaltet sich durch verschiedene Leistungshöhen, je nach Pflegegrad und der ambulanten oder stationären Pflege. Ich zeige dir mal ein Beispiel für einen 2 jährigen mit folgenden Leistungssätzen. Der monatliche Beitrag hier beträgt 24 Euro.
| Pflegegrad 1 ambulant | 240,00Euro |
| Pflegegrad 2 ambulant | 1200,00Euro |
| Pflegegrad 3 ambulant | 1200,00Euro |
| Pflegegrad 4 ambulant | 1200,00Euro |
| Pflegegrad 5 ambulant | 1200,00Euro |
| Pflegegrad 1 stationär | 240,00Euro |
| Pflegegrad 2 stationär | 1200,00Euro |
| Pflegegrad 3 stationär | 1200,00Euro |
| Pflegegrad 4 stationär | 1200,00Euro |
| Pflegegrad 5 stationär | 1200,00Euro |
Depot
Auch auf das Depot solltest du nicht verzichten. Du hast damit die Möglichkeit für dein Kind auch mit kleinen Sparbeiträgen ein super Grundstein für deren Altersvorsorge und Vermögensaufbau zu setzen. Der Zinseszins ist hier dein Freund. Ich zeige dir mal ein paar Beispiele:
Sparrate 25Euro ab Geburt, Guthaben mit 17 Jahren bei 7% Rendite, 9600Euro Guthaben
Sparrate 50Euro ab Geburt, Guthaben mit 17 Jahren bei 7% Rendite, 19.205Euro Guthaben
Sparrate 100Euro ab Geburt, Guthaben mit 17 Jahren bei 7% Rendite, 38,411Euro Guthaben
Kinderdepots sind bei den meisten Anbietern kostenlos. Wenn du es einfach haben möchtest und dein Girokonto bei Banken wie der DKB, ING Diba, Domdirect oder anderen Direktbanken hast, kannst du das Kinderdepot auch gleich direkt dort eröffnen. Quasi alles aus einer Hand.
Ansonsten sind Anbieter wie Trade Republic oder Finanzen.net eine gute Alternative, wenn du das alles selber machen möchtest. Wenn du unsicher bist und dabei einen Profi an deiner Seite haben möchtest, kannst du das Kinderdepot auch über uns eröffnen.
Bitte beachte: Keine Anlageberatung, Totalverlust möglich.
Absicherung der Eltern
Eltern vergessen manchmal, wie wichtig sie im Familienkonstrukt sind. Ohne euch, keine Familie. Ohne richtige Absicherung bricht alles zusammen. Achtet daher bitte auch darauf, dass ihr als Mama und Papa selber ordentlich abgesichert seid. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung und eine Risikolebensversicherung sollten in eurem “Versicherungsordner” zwingend vorhanden sein.
Fazit
Die Absicherung der eigenen Kinder kann umfangreich sein. Alle Eltern haben hier unterschiedliche Ansichten und Möglichkeiten. Es gibt Eltern, die nur das Wichtigste absichern möchten. Andere wiederum möchten so viele Absicherungen wie möglich für ihre Kinder. Jeder darf und sollte das individuell für sich entscheiden.
Wir wollen Versicherungen nutzen, um existenzbedrohliche Risiken abzusichern. Alles andere ist persönliches Risikomanagement. Welche Versicherungen für dein Kind in die engere Auswahl kommen und was sie dann kosten, können wir im Termin besprechen.
Wenn du oder ihr schon einige Versicherungen habt und euch unsicher seit und/oder keinen festen Ansprechpartner habt, dann können wir uns im Zuge dessen alle eure Verträge anschauen und in die ganzheitliche Betreuung nehmen. Sprich mich gerne an.
