Die Leistungsquote bei der Berufsunfähigkeitsversicherung

Jeder, der heutzutage über eine Berufsunfähigkeitsversicherung nachdenkt, wird früher oder später auf die sogenannte Leistungsquote stoßen. Vielleicht hast du die Zahl auch schon einmal gehört oder gesehen und fragst dich nun, was genau sich dahinter verbirgt und wozu du diese Zahl überhaupt brauchst. Gerade in unserer schnelllebigen Welt voller Risiken und Unsicherheiten, Erkrankungen oder Unfälle, die dich berufsunfähig machen könnten, erscheint eine verlässliche Absicherung elementarer denn je. 

Ganz besonders ärgerlich und kostspielig wäre es jedoch, wenn du jahrelang Beiträge zahlst und im Ernstfall doch leer ausgehst. Genau deshalb steht und fällt die Qualität einer Berufsunfähigkeitsversicherung in Deutschland mit ihrer Bereitschaft und Fähigkeit zur Leistung im Ernstfall – und genau an diesem Punkt rückt die sogenannte BU-Leistungsquote in den Fokus.

Was genau bedeutet denn nun eigentlich diese oft genannte Leistungsquote der BU-Versicherer?

Die sogenannte “Leistungsquote” beschreibt im Wesentlichen das Verhältnis zwischen beantragten Berufsunfähigkeitsleistungen und tatsächlich gewährten Leistungen eines Versicherers. Etwas einfacher erklärt: Beantragst du Leistungen aus deiner Berufsunfähigkeitsversicherung, so prüft der Versicherer deine Voraussetzungen genau – medizinisch, beruflich und rechtlich. Genehmigt er daraufhin deinen Antrag und zahlt dir eine monatliche Berufsunfähigkeitsrente, gilt dieser Antrag als “positiv entschieden”. 

Erhältst du hingegen keine Leistungen aufgrund einer Ablehnung, gilt der Antrag als “negativ entschieden”. Aus allen beantragten Fällen eines Jahres berechnet der Versicherer anschließend, wie viel Prozent davon tatsächlich anerkannt und gezahlt wurden. Daraus entsteht dann die branchenbekannte BU-Leistungsquote.

Doch Vorsicht: Diese Kennzahl sieht auf den ersten Blick zwar sehr transparent aus, oft steckt jedoch weit mehr dahinter, als sich zunächst erkennen lässt. Denn eine hohe Leistungsquote allein garantiert dir noch nicht uneingeschränkt eine faire Behandlung und unkomplizierte Leistungsauszahlung. Es lohnt sich deshalb, dieses wichtigste Merkmal einer guten Versicherung genauer zu beleuchten und zu erfahren, was sich tatsächlich dahinter verbirgt.

Warum nicht jede hohe Leistungsquote automatisch für eine Top Berufsunfähigkeitsversicherung spricht

Durchforstet man Veröffentlichungen oder Vergleichsportale zu Berufsunfähigkeitsversicherungen, sieht man schnell, dass einige Gesellschaften stolz ihre hohen Leistungsquoten von 80, 90 oder gar über 95 Prozent hervorheben. 

Natürlich wäre es beruhigend und verlockend, einen Anbieter auszuwählen, der scheinbar nahezu jeden Antrag positiv entscheidet. Doch genau hier entsteht häufig ein fataler Trugschluss. Denn nicht immer handelt es sich bei hohen Quoten um Indizien für Kundennähe, Ehrlichkeit oder großzügige Prüfungen. Stattdessen spielen oftmals ganz andere Gründe eine Rolle:

  • Aktiver Vertrieb von Mini-BU-Renten: einige Versicherungsunternehmen arbeiten sehr stark mit Vertrieben oder Banken zusammen, die sich in der BU Beratung nicht sonderlich gut auskennen. Hier geht es um den blanken Verkauf und eine wirkliche Bedarfsanalyse oder langjährige Begleitung (Stichwort Anpassung der BU-Renten) erfolgt nicht. Ein Versicherer winkt dann gerne mal eine 500Euro BU Rente eher durch als eine 3000Euro BU Rente. 
  • Zusammensetzung der Kundenstruktur: Versicherer mit vielen jungen und gesunden Versicherten müssen möglicherweise wenig risikoreiche Anträge bearbeiten. Diese tarieren automatisch günstigere Quoten aus.
  • langjährige BU-Player vs “Newcomer” Es gibt einige Versicherer am Markt, die schon seit fast 100 Jahren BU-Versicherungen anbieten. Das deren Quoten höher sind, gegenüber den Newcomern, sollte klar sein. Die Kundenstruktur ist älter und die BU-Leistungsfälle derer sind schon da. Bei den “Newcomern” kommt dieser Zeitpunkt erst später, die Quoten sind daher noch niedriger.
  • Vorteil für Versicherer/Verträge mit AU Klausel: Hast du in deinem BU-Vertrag eine AU Klausel integriert, wird bereits nach 6 Monaten einfach unter Vorlage der AU-Bescheinigung geleistet. Auch diese Fälle fallen in die Quote. Die AU Klausel gibt es aber noch nicht so lange. Versicherer wie zB die Condor Versicherung, die damit als erstes angefangen haben, profitieren dadurch bei der Bestimmung der Quote. Über die Qualität bei echten BU-Leistungsanträgen sagt das aber nicht viel aus.

Es ist also stets ratsam, sich nicht blind von hohen Leistungsquoten verführen zu lassen. Ein kritischer Blick auf die Details hinter den Zahlen hilft dir weitaus mehr und verhindert vorschnelle oder falsche Entscheidungen.

Warum leisten Versicherer nicht?

Ich möchte an dieser Stelle erstmal hervorheben, dass 80% der BU Leistungsanträge bewilligt werden! 

In diesem Beitrag habe ich schon aufgeführt, warum und wann Versicherer BU-Leistungsanträge ablehnen. 

Mit 36% liegt auf Platz 1 der Hauptgrund, dass die versicherte Person sich nicht meldet. Versicherer schreiben die Versicherungsnehmer mehrmals an und erinnern an offene Unterlagen. Wenn hier durch die Versicherten aber einfach keine Rückmeldung mehr erfolgt, muss der BU-Antrag abgelehnt werden. Die Schuld liegt dann aber sicher nicht beim Versicherer. 

33% erfüllen nicht die Definition Berufsunfähigkeit. Sie können also noch mehr als 50% in ihrem Job arbeiten. Ein Problem, das ich oft auf Instagram erlebe.

Neulich schrieb mir eine Followerin, dass sie bereits seit 6 Wochen krankgeschrieben ist, aber ihre BU-Versicherung nicht zahlen will. Ja klar, die zahlt erst, wenn man länger als 6 Monate ausgefallen ist. Manche Menschen haben also eine völlig falsche Vorstellung davon, wann man die BU-Rente beantragen kann und wann nicht. Reicht man dann also nach 6 Wochen Krankschreibung einen BU-Leistungsantrag ein, muss auch der abgelehnt werden.

Allein mit diesen beiden Punkten haben wir schon 70% der abgelehnten BU Leistungsanträge abgedeckt und begründet. 

Wie kannst du einen abgelehnten BU-Leistungsantrag umgehen?

Saubere Aufarbeitung der Krankenhistorie

Wenn du uns etwas intensiver kennenlernst, weisst du, wir sind Profis im Bereich der Berufsunfähigkeitsversicherung und sorgen dafür, dass wir deine Krankenhistorie ordentlich und gewissenhaft aufarbeiten. Wenn du deine Arztbesuche der letzten Jahre nicht mehr konkret nachvollziehen kannst, solltest du deine Krankenakte/Patientenquittung bei deiner Krankenkasse anfordern, damit wir nichts vergessen. Die Akte sendest du uns dann zur Vorbereitung auf unseren ersten Termin zu. 

TOP BU Versicherer

Wir haben in unserem Portfolio nur die BU-Versicherer, die auch mit einem sauberen und klaren Bedingungswerk arbeiten und nicht mit fiesen Klauseln. 

Professionelle Begleitung im Leistungsfall

Wenn du deine Berufsunfähigkeitsversicherung über uns abschließt, hast du eine kostenlose, anwaltliche Begleitung bei der Beantragung deiner Berufsunfähigkeitsrente inklusive. Das ist ein kostenloser Service mit Alleinstellungsmerkmal. Das sorgt dafür, dass du keine Fehler bei der Beantragung deiner Leistung machen kannst.

Fazit

80% der BU-Leistungsnaträge werden nicht abgelehnt. Warum die anderen 20% abgelehnt werden, haben wir in diesem Beitrag aufgezeigt. Eine Leistungsquote kann interessant sein, sollte aber kein Argument gegen oder für eine Gesellschaft sein, da die Quoten stark “verwischt” sein können aufgrund der aufgeführten Punkte. Dazu kommt, dass ein Versicherer heute eine etwas schlechtere Leistungsquote haben kann, aber in 5 oder 10 Jahren eine deutlich bessere, oder eben umgekehrt. Wenn du also heute deine Berufsunfähigkeitsversicherung beantragt, weißt du nicht, welche Quote dein Versicherer in 10 oder 20 Jahren haben wird.

21.07.2025 | Berufsunfähigkeitsversicherung

Jetzt Termin vereinbaren