10 Mythen rund um die BU

Rund um die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) kursieren unglaublich viele Halbwahrheiten und Missverständnisse, die sich hartnäckig halten. Und genau die sorgen dafür, dass sich viele Menschen zu spät oder gar nicht um ihre Absicherung kümmern. Das kann richtig ärgerliche und teure Folgen haben.

Vielleicht hast du es auch schon gehört oder selbst gedacht:

„BU ist doch nur was für Handwerker.“
„Mir passiert schon nichts.“
„Die zahlen im Ernstfall sowieso nicht.“

Mein Team und ich begleiten seit über 23 Jahren Menschen bei der BU-Absicherung. In diesem Artikel räumen wir mit den häufigsten BU-Mythen auf, erklären dir die Realität dahinter und helfen dir, eine fundierte Entscheidung für dich und deine Zukunft zu treffen. Also lass uns starten.

Mythos 1: „Ich werde nur berufsunfähig, wenn mein Beruf mich krank macht“

Realität: Es ist völlig egal, warum du berufsunfähig wirst, entscheidend ist nur, dass du deinen Beruf zu 50% nicht mehr ausüben kannst.

Das ist ein ganz typischer Denkfehler: Viele Menschen glauben, sie müssten durch ihren Beruf berufsunfähig werden also z. B. durch körperliche Überlastung, Stress im Job oder einen Arbeitsunfall, damit die BU auch greift.

Das stimmt so nicht: Dein Beruf kann, aber muss nicht die Ursache für deine Berufsunfähigkeit sein.

Ein paar Beispiele aus der Praxis:

  • Du hast einen Bürojob und bekommst durch private Belastungen eine Depression
  • Du entwickelst eine Autoimmunerkrankung, die nichts mit deiner Arbeit zu tun hat
  • Du hast einen Unfall in der Freizeit
  • Eine chronische Erkrankung verschlechtert sich über Jahre

Wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf zu mindestens 50 % nicht mehr ausüben kannst, giltst du als berufsunfähig, unabhängig davon, woher die Erkrankung kommt.

Du bist also nicht nur gegen typische Berufskrankheiten versichert, sondern gegen alle gesundheitlichen Themen, die dir in deinem Leben passieren können.

Mythos 2: „Berufsunfähig wird man nur durch einen Unfall“

Realität: Unfälle sind die Ausnahme bei den Gründen der Berufsunfähigkeit. Nur rund 8% der BU Fälle entstehen durch Unfälle.

Die häufigsten Ursachen für eine Berufsunfähigkeit sind:

  • psychische Erkrankungen (z. B. Burnout, Depressionen)
  • Rücken- und Gelenkerkrankungen
  • Krebs und andere schwere Krankheiten

Gerade Frauen sind überdurchschnittlich oft von psychischen Belastungen betroffen. Dauerstress, hoher Leistungsdruck, Mehrfachbelastung all das hinterlässt Spuren.

Natürlich gibt es Berufe, bei denen das Unfallrisiko enorm hoch ist. Dachdecker, Tischler, viele andere Handwerksberufe oder auch Arbeiter in der Produktion.

Mythos 3: „Eine BU lohnt sich nur für körperlich arbeitende Berufe“

Realität: Gerade Büro- und Akademikerberufe sind stark betroffen.

Viele denken bei Berufsunfähigkeit an kaputte Knie oder schwere körperliche Arbeit. Dabei sind psychische Erkrankungen inzwischen der häufigste BU-Grund. Rund 38% aller BU Fälle entstehen wegen psychischen Erkrankungen.

Wenn du z. B.:

  • dauerhaft erschöpft bist,
  • dich nicht mehr ausreichend konzentrieren kannst,
  • emotional überlastet bist,

kannst du deinen Beruf oft nicht mehr zu mindestens 50 % ausüben und bist damit berufsunfähig. Gerade “Bürojobs” wie Marketing, Anwälte, Unternehmensberater und viele mehr sind heutzutage solch einem Druck ausgesetzt, dass es bis zum Burnout nur ein winziger Schritt ist.

Dazu kommt die täglich Alltagsbelastung. Besonders als Frau alles unter einen Hut zu bekommen. Ich denke nie war unsere Gesellschaft so stark mental und psychisch belastet wie in diesen Zeiten.

Mythos 4: „Ich habe doch die gesetzliche Absicherung“

Realität: Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente reicht in den meisten Fällen nicht dazu das Leben zu führen, welches man vorher hatte.

Was viele nicht wissen:

  • Du bekommst nur Geld, wenn du in keinem Beruf mehr arbeiten kannst!
  • Dein bisheriger Beruf spielt keine Rolle
  • Du kannst in einen anderen Beruf verwiesen werden
  • Die Leistung liegt oft bei unter 1.000 € im Monat

Für Angestellte und Akademiker*innen bedeutet das im Klartext: Bisheriger Lebensstandard? Kaum haltbar. Miete, Kreditrate, laufende Kosten, Krankenversicherung, ETF-Plan und Altersvorsorge? Schwierig.

Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung schließt genau diese Lücke, denn du kannst bis zu 60-70% von deinem Bruttoeinkommen problemlos absichern. Lies dir hier den Beitrag “Unterschied Berufsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit” durch.

Mythos 5: „Die Versicherung zahlt im Ernstfall sowieso nicht“

Realität: Gute BU-Versicherungen zahlen zuverlässig, wenn sie richtig abgeschlossen wurden.

Dieser Mythos hält sich hartnäckig, entsteht aber meist durch:

  • schlechte Tarifauswahl
  • unvollständige Gesundheitsangaben im Antrag
  • fehlende Beratung

Mit einer sauberen Auswahl, klaren Bedingungen und einer ehrlichen Antragsstellung ist die BU eine sehr verlässliche Absicherung.

Das Gesundheitsfragen im Antrag falsch oder unvollständig beantwortet werden, kommt leider noch viel zu oft vor. Denn leider schließen viele Menschen die Versicherung mal eben schnell im Internet selbst ab und denken sich „wird schon passen“ und dann hat man vielleicht doch vergessen die Allergie mit anzugeben, die einen nur paar Mal im Jahr tangiert. 

Gute Beratung im Antragsprozess ist goldwert, damit du am Ende statt „irgendeiner BU“ eine sehr gute BU hast, die auf stabilen Beinen steht. Also wenn das nächste Mal jemand aus deinem Umfeld sagt, die Versicherung hätte nicht geleistet, frag doch mal, woran es gelegen hat.

Um das zu vermeiden, suche dir beim Abschluss einen Profi wie uns. Wir arbeiten deine Krankenhistorie mit dir sauber auf und sorgen dafür, dass der Versicherer im Leistungsfall nichts zu meckern hat!

Mythos 6: „Ich bin jung und gesund – das kann warten“

Realität: Genau jetzt ist der beste Zeitpunkt. Nicht nächsten Monat, nicht nach deinem Studium oder nach dem Sommerurlaub!

Je jünger und gesünder du bist:

  • desto günstiger ist der Beitrag
  • desto besser sind die Bedingungen
  • desto leichter fällt die Beantwortung der Gesundheitsfragen

Leider hören wir auch immer wieder den Satz: „Hätte ich mich mal früher gekümmert.“, weil uns tagtäglich Anfragen erreichen von Menschen, bei denen das Gesamtbild der Gesundheit die Absicherung nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr zulässt.

Regel deine Berufsunfähigkeitsversicherung nicht „irgendwann“, sondern jetzt, solange du gesund bist. Dein Zukunfts-Ich wird es dir danken!

Mythos 7: „Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist viel zu teuer“

Realität: BU ist oft günstiger als gedacht.

Der Beitrag hängt ab von:

  • deinem Beruf
  • deinem Eintrittsalter
  • der gewünschten Rentenhöhe
  • der Vertragsgestaltung

Viele junge Angestellte können sich bereits für einen überschaubaren Monatsbeitrag sinnvoll absichern. Im Artikel “Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung” habe ich ein paar Beispiele aufgeführt.

Und ganz ehrlich, frag dich mal: Was kostet es dich im Ernstfall, keine BU zu haben? Wenn du dir die Beiträge für eine BU nicht leisten kannst, dann kannst du dir erst recht nicht leisten, berufsunfähig zu werden.

Mythos 8: „Mit Vorerkrankungen bekomme ich sowieso keine BU“

Realität: Vorerkrankungen bedeuten nicht automatisch ein Nein.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten:

  • anonyme Risikovoranfrage, mit der wir abstecken, wer dich wie versichert
  • Zuschläge
  • Leistungsausschlüsse
  • spezialisierte Anbieter z. B. für bestimmte Berufsgruppen

Wichtig ist: Im Antrag nichts beschönigen, nichts verschweigen, sondern professionell aufbereiten, gut erklären und dann ohne Risiko per anonymer Voranfrage prüfen lassen. 

Auch hier zeigt sich: Eine individuelle Beratung macht den Unterschied. Dann ist oftmals auch mit Vorerkrankungen noch eine normale Annahme möglich. Im Beitrag BU und Gesundheitsprüfung habe ich dir erklärt, warum das so wichtig ist.

Mythos 9: „Ich werde ja niemals zu 100 % berufsunfähig“

Realität: Bereits ab 50 % Berufsunfähigkeit besteht in der Regel Anspruch auf eine BU-Rente. 100% BU musst du nur werden, wenn du über eine Kammer wie z.B. bei den Steuerberatern, Ärzten oder Rechtsanwälten abgesichert bist.

Mit deiner privaten BU Versicherung reichen also 50%. Arbeitest du also 8 Stunden am Tag, musst du 4 Stunden nicht mehr in der Lage sein. Und für Teilzeitkräfte, Hausfrauen oder private Pflege gibt es die Teilzeitklausel. Es reicht also , wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf für mindestens 6 Monate nur noch zur Hälfte ausüben kannst. Das ist vielen nicht bewusst.

Doch genau dafür ist die BU da: Sie schützt dein Einkommen aus deinem konkreten Beruf. So kannst du in Phasen, wo die Gesundheit Vorrang vor der Karriere haben muss, trotzdem deinen bisherigen Lebensstandard weiter aufrecht erhalten.

Mythos 10: „Ich muss meinen Job komplett aufgeben, um eine BU-Rente zu bekommen“

Realität: Nein, du darfst weiterhin arbeiten, solange du berufsunfähig bist.

Viele denken, eine Berufsunfähigkeitsversicherung zwingt sie dazu, gar nichts mehr zu tun, sobald sie Leistungen erhalten. Das verunsichert besonders engagierte, leistungsorientierte Menschen.

Die Wahrheit ist: Eine BU ist kein Arbeitsverbot.

Welche Voraussetzung erfüllt sein müssen:

  • Du kannst deinen zuletzt ausgeübten Beruf zu mindestens 50 % nicht mehr ausüben
  • Die Einschränkung ist gesundheitlich bedingt
  • Sie besteht voraussichtlich für mindestens 6 Monate oder dauerhaft

Du darfst weiterhin:

  • in einem anderen Beruf arbeiten
  • in Teilzeit oder als Minijobber tätig sein
  • dich umorientieren oder weiterbilden
  • neue Wege ausprobieren, die zu deiner Gesundheit passen

Die BU-Leistung ist dein finanzielles Sicherheitsnetz, um in Ruhe gesund zu werden oder dich neu aufzustellen ohne Druck und Existenzängste. Die Berufsunfähigkeitsversicherung soll dir Freiheit und Sicherheit geben, nicht dich aus dem Arbeitsleben verbannen.

Du darfst aber nicht um selben Umfang und Verdienst wie vorher tätig sein, dann bist du nicht berufsunfähig und der Versicherer stellt die Zahlung ein.

Grundsätzlich haben wir aber immer mal Kundinnen und Kunden die ihre BU Rente beziehen und z.B. im Minijob 3x in der Woche tätig sind, damit ihnen zu Hause die Decke nicht auf den Kopf fällt. Das geht aber natürlich nur, wenn man gesundheitlich stabil ist. Nicht jede nerufsunfähige Person ist dazu in der Lage!

Für wen ist eine BU besonders wichtig?

Gerade für:

  • Berufseinsteiger*innen
  • junge Angestellte
  • Akademikerinnen & Büroberufe
  • Menschen ohne großes finanzielles Polster

Kurzum: Eigentlich für alle, die von ihrem monatlichen Einkommen abhängig sind! Und wenn du nicht gerade im Lotto gewonnen hast oder 5 Mehrfamilienhäuser in München besitzt, dann wirst du sicher eine BU benötigen!

Und wenn du denkst, du kannst die BU problemlos mit deinem ETF Sparplan ersetzen, dann schau dir mal diesen Beitrag hier an.

Fazit

Es gibt sicher zig Mythen im Internet, an Stammtischen oder in der Mittagspause zwischen Arbeitskollegen. Die meisten sind leider gefährliches Halbwissen oder nur dumme Ausreden, um sich nicht weiter mit der Thematik auseinanderzusetzen. Du hättest diesen Beitrag sicher auch nicht gelesen, wenn du nicht doch das Thema noch auf deiner To-Do-Liste hättest.

Hier in meinem Blog findest du noch viele Beiträge zum Thema BU-Versicherung. Buche dir einen Termin, wenn du das Thema endlich für dich lösen willst.

15.03.2026 | Berufsunfähigkeitsversicherung

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