Berufsunfähigkeitsversicherung: Normale Annahme, Ausschlussklausel oder Risikozuschlag erklärt.

Normale Annahme, Ausschlussklausel oder Risikozuschlag: Was bedeutet das bei der Berufsunfähigkeitsversicherung?

Wenn du eine Berufsunfähigkeitsversicherung beantragst, prüft der Versicherer auf Basis statistischer Risikobewertungen deine Gesundheitsangaben. Relevant sind hierbei in der Regel die letzten 5 Jahre bezüglich ambulanter Behandlungen und die letzten 10 Jahre bezogen auf stationäre Behandlungen. Anhand dessen entscheidet der Versicherer, ob und in welchem Umfang er dir Versicherungsschutz anbieten kann und gibt ein sogenanntes Votum ab. Wie diese genau aussehen können, möchten wir dir im Folgenden erklären.

Was bedeutet „normale Annahme“ bei der Berufsunfähigkeitsversicherung?

Bist du gesund oder hattest nur kleinere Beschwerden bekommst du eine normale Annahme.

Normale Annahme heißt:
Du wirst zu den normalen Bedingungen versichert.

  • kein Aufpreis
  • keine Einschränkungen
  • vollwertiger Versicherungsschutz

Das ist natürlich das Wunsch-Ergebnis. Es zeigt: Deine Gesundheitshistorie stellt für den Versicherer kein besonderes Risiko dar.

Was ist eine Ausschlussklausel?

Manchmal entscheidet der Versicherer: „Wir versichern dich, aber nicht für bestimmte Erkrankungen.“ Das nennt man Ausschlussklausel.

Beispiel:
Du hattest vor 3 Jahren einen Bandscheibenvorfall. Der Versicherer sagt:
„Du bekommst den BU-Schutz, aber Erkrankungen der Wirbelsäule sind vom Schutz ausgenommen.“

Das bedeutet konkret:

  • Wirst du berufsunfähig wegen Rückenschmerzen → kein Anspruch auf eine Versicherungsleistung.
  • Wirst du berufsunfähig wegen Depression → voller Anspruch auf die BU-Rente.

Achtung:
Ausschlüsse können manchmal so formuliert sein, dass ganze Organsysteme betroffen sind („Bewegungsapparat“, „Psyche“) oder nur einzelne Bereiche („Bandscheibe L5/S1“, „Halswirbelsäule“, „linkes Knie“). Die genaue Formulierung ist entscheidend.

Was ist ein Risikozuschlag?

Ein Risikozuschlag ist ein Aufpreis, den du zahlen musst, weil der Versicherer ein erhöhtes Risiko sieht, dass du berufsunfähig werden könntest. Das kann durch eine Vorerkrankung begründet sein, aber auch durch ein Hobby mit erhöhtem Verletzungsrisiko.

Beispiel:
Du bist übergewichtig und hast einen höheren BMI. Der Versicherer sagt:
„Du bekommst den vollen Schutz, aber nur gegen einen höheren Beitrag, z. B. +25 %.“

Das bedeutet:

  • Du bekommst vollständigen Versicherungsschutz wie bei einer normalen Annahme.
  • Du zahlst monatlich etwas mehr.
  • Es wird nichts ausgeschlossen.

Risikozuschläge gibt es häufiger z. B. bei Migräne, Übergewicht, Hobbies wie Kampfsport oder bestimmten chronischen Erkrankungen.

Was passiert, wenn beides kombiniert wird?

In manchen Fällen sagen Versicherer auch:
„Wir bieten dir den Schutz, aber nur mit Ausschluss und Zuschlag.“

Beispiel:
Eine Kundin hat Migräne und Gelenkbeschwerden im rechten Handgelenk. Dann lautet das Votum:
„Ausschluss des rechten Handgelenks + Risikozuschlag 20 %.“

Das ist nicht ideal, aber oft besser als gar kein Schutz. 

FAQ – Versicherungsbegriffe einfach erklärt

Was ist eine normale Annahme bei der Berufsunfähigkeitsversicherung?
Du bekommst vollen Schutz zu normalen Konditionen, ohne Aufpreis und ohne Einschränkungen.

Was bedeutet Ausschlussklausel?
Der Versicherer schließt bestimmte Erkrankungen oder Organsysteme vom Versicherungsschutz aus.

Was ist ein Risikozuschlag?
Du bekommst vollen Schutz, musst aber mehr Beitrag zahlen, weil der Versicherer ein erhöhtes Risiko sieht.

Kann ich mit Ausschluss oder Zuschlag trotzdem gut abgesichert sein?
Ja, oft ist das besser als gar kein Schutz. Die Entscheidung hängt von der konkreten Situation ab.

Fazit: Je besser deine Gesundheitsdaten aufbereitet sind, desto höher die Chance auf ein gutes Angebot!

Wie du vorgehen kannst:

  1. Arbeite deine Krankenhistorie gemeinsam mit uns sauber auf – Je klarer deine Gesundheitsangaben, desto besser fällt die Risikoprüfung aus
  2. Kein Antrag auf Berufsunfähigkeitsversicherung ohne anonyme Risikovoranfrage – So erfährst du ohne Risiko, wie verschiedene Versicherer auf deine Angaben reagieren.
  3. Vergleiche die unterschiedlichen Voten – Nicht alle Versicherer reagieren gleich, wo einer etwas ausschließt oder gar ablehnt, macht ein anderer vielleicht ein gutes Angebot.

In unserem BU-Prozess berücksichtigen wir all diese Punkte, arbeiten deine Krankenhistorie individuell auf und schauen dann, welcher Versicherer das für dich beste Votum abgibt. Die Voten vergleichen wir dann mit den Beiträgen und Leistungen. Gemeinsam finden wir dann heraus, welches Angebot und Votum am besten zu dir passt.

27.07.2025 | Berufsunfähigkeitsversicherung, Vor dem BU-Versicherungsantrag

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