Berufsunfähigkeitsversicherung mit PCOS möglich?

Was ist PCOS eigentlich? 

PCOS steht für Polyzystisches Ovarialsyndrom und ist eine hormonelle Besonderheit, die bei vielen Frauen im gebärfähigen Alter auftritt.

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) betrifft PCOS weltweit etwa 8–13 % aller Frauen. Und: Viele wissen gar nicht, dass sie betroffen sind, weil die Symptome so unterschiedlich sein können.

Hier ein paar typische Anzeichen (nicht alle müssen auftreten):

  • Zyklusstörungen oder Ausbleiben der Periode
  • Erhöhte männliche Hormone (Testosteron), z. B. spürbar durch Haarausfall, Akne oder verstärkten Haarwuchs
  • Gewichtszunahme oder Schwierigkeiten beim Abnehmen
  • Insulinresistenz (erhöhtes Risiko für Diabetes Typ 2)
  • Schwierigkeiten, schwanger zu werden

Und ja – das Ganze kann körperlich, hormonell und emotional ganz schön belastend sein. Gerade der unerfüllte Kinderwunsch oder das Gefühl, „nicht mehr Herrin über den eigenen Körper zu sein“, wie es mir eine Kundin mal gesagt hat, sind Themen, die viele tief bewegen.

Ist eine BU-Versicherung mit PCOS möglich?

Vielleicht weißt du gerade erst seit Kurzem, dass du PCOS hast. Vielleicht hast du aber auch schon länger mit Zyklusproblemen oder Hautunreinheiten zu kämpfen. Und jetzt fragst du dich: Kann ich mich trotzdem gegen Berufsunfähigkeit absichern?

Die kurze Antwort: Ja, kannst du.

In welchem Umfang, also ob mit oder ohne Ausschlussklausel, hängt immer von deinem Beschwerdebild ab. Keine Krankheit kann man 1:1 in eine Schublade stecken. Jede Frau hat hier andere Beschwerden, Behandlungen und Krankheitsverläufe. Und das wird zum Glück auf bei der BU-Versicherung berücksichtigt.

Deswegen arbeiten wir deinen Verlauf individuell auf und fragen dann bei den BU-Versicherungen anonym an, wie sie dich versichern würden. So kommen wir zu dem für dich besten BU-Schutz!

Warum interessiert sich die Berufsunfähigkeitsversicherung überhaupt für PCOS?

Wenn du eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen willst, musst du in der Regel die letzten 5 Jahre deiner ambulanten Behandlungen und die letzten 10 Jahre deiner stationären Behandlungen angeben. Einige Versicherer fragen hier aber nur 3 Jahre ambulant und 5 Jahre stationär an. Wir filtern das für dich dann entsprechend.

PCOS fällt in die Kategorie „Stoffwechsel- und Hormonstörungen“ – und ja, die ist bei Versicherern auf dem Radar. Warum?
Weil PCOS mit verschiedenen gesundheitlichen Begleiterscheinungen einhergehen kann, die das Risiko für eine spätere Berufsunfähigkeit theoretisch erhöhen – z. B. durch chronische Zyklusstörungen, hormonelle Dysbalancen, psychische Belastungen oder langfristig durch eine mögliche Insulinresistenz.

Aber eben auch, weil du bei der Beantragung einer Berufsunfähigkeitsversicherung alle Arztbesuche angeben musst. Und somit auch die Behandlungen und Beschwerden deiner PCOS Erkrankung.

Wie wird PCOS diagnostiziert?

Die Diagnosestellung ist nicht immer leicht, denn: PCOS zeigt sich bei jeder Frau anders.
Es braucht meist mehrere Untersuchungen:

  • Ultraschall der Eierstöcke (bei typischem PCOS sieht man viele kleine „Zysten“)
  • Blutuntersuchungen – u. a. zu männlichen und weiblichen Hormonen, Anti-Müller-Hormon, Schilddrüsenwerten, Blutzucker, Insulin etc.
  • Oft wird ein sogenannter Glukose-Toleranz-Test (oGTT) gemacht, um eine Insulinresistenz zu erkennen
  • Auch die Schilddrüse wird mit überprüft – etwa jede dritte Frau mit PCOS hat zusätzlich eine Hashimoto-Thyreoiditis

Was davon ist wichtig bei der Beantragung meiner BU-Versicherung?

Im Erstgespräch besprechen wir mit dir deine Krankenhistorie. Wann warst du also weswegen in Behandlung. Im besten Fall gab es also schon eine Diagnostik. Wenn nicht, ist es aber auch nicht schlimm.

Denn nicht selten haben wir Frauen in der BU-Beratung, die vom Frauenarzt die Verdachtsdiagnose oder richtige Diagnose PCOS erhalten haben, aber dann passiert erstmal nichts. Das ist für die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht so schlimm.

Was schauen Versicherer sich bei PCOS genau an?

  • Welche Symptome hattest du? Wurde PCOS nur durch Zufall entdeckt oder hast du starke Beschwerden (Zyklusstörungen, Insulinresistenz, psychische Begleiterscheinungen etc.)?
  • Gab es psychische Belastungen? Wenn du z. B. wegen eines unerfüllten Kinderwunsches oder hormoneller Beschwerden in psychologischer Behandlung warst, wirkt sich das auf die Risikobewertung aus.
  • Nimmst du regelmäßig Medikamente? Dazu gehören z. B. Metformin, hormonelle Behandlungen oder andere Medikamente gegen Begleitsymptome.
  • Wie lange warst du beschwerdefrei? Wenn du seit Jahren keine Symptome oder Beschwerden mehr hast, ist eine normale Annahme oft gut möglich.

Ein paar Beispiele aus unserer Praxis

Beispiel 1: Kundin, 21 Jahre alt, Diagnose PCOS 2 Jahre vor BU-Anfrage bei uns, teilweise mit Medikamenteneinnahme, jährlich Vorstellung beim Endokrinologen, Zucker- und Schilddrüsenwerte unauffällig, keine weiteren Behandlungen oder Beschwerden, Ergebnis: alle Versicherer baten hier eine normale Annahme an

Beispiel 2: Kundin, 27 Jahre alt, PCOS Diagnose ca. 3 Jahre vor unserer BU-Beratung, Diagnostik mit Ultraschall, Blutbildern und Glukosetest, Blutergebnisse waren alle unauffällig, keine weiteren Beschwerden, Ergebnis: 3 Versicherer boten eine normale Versicherbarkeit des PCOS an

Beispiel 3: Kundin, 35 Jahre alt, Diagnose ca. 8 Jahre vor unserer BU-Beratung, spätere Abklärung beim Endokrinologen, später erneut Abklärung bei einem Spezialisten, der bestätigte PCOS nicht, Berichte lagen uns alle vor, die Kundin hatte einen unregelmäßigen Zyklus und mehrere Zysten und war somit in laufender Behandlung, Ergebnis: 3 Versicherer lehnten ab (sie hatte weitere Erkrankungen), 2 boten eine Ausschlussklausel an und eine Versicherung versicherte das PCOS normal

Wie ist der Ablauf unserer BU-Beratung?

  1. Erstgespräch und Aufarbeitung deiner Gesundheitshistorie: Wir schauen gemeinsam, was in den letzten 5 Jahren medizinisch passiert ist. Du erzählst im Erstgespräch, welche Behandlungen du hattest und welche Beschwerden bestanden oder bestehen. Mein Team und ich fragen dich alles Wichtige – und erklären es so, dass du es verstehst.
  2. Anonyme Risikovoranfrage: Wir klären für dich bei verschiedenen Versicherern ab, wie sie deinen Fall einschätzen – völlig anonym und ohne Risiko für dich.
  3. Vergleich & Abschluss: Im Beratungsgespräch zeigen wir dir, welche Anbieter dich zu welchen Konditionen versichern würden. Und du entscheidest in Ruhe, was für dich passt.

Eine umfangreiche Übersicht über den Ablauf unserer BU-Beratung findest du hier.

Fazit

Auch mit der Diagnose PCOS ist der Abschluss einer BU-Versicherung möglich. In welchem Umfang (normale Annahme oder Ausschlussdiagnose oder Risikozuschlag) ist sehr individuell. Wir arbeiten deine Krankenhistorie auf und sehen dann durch die anonyme Risikovoranfrage, welcher Versicherer dich wie versichert.


22.04.2025 | Berufsunfähigkeitsversicherung, BU & Erkrankungen

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